09.10.2023 Abgelaufen, Gründungen, NRW-Patent-Validierung

NRW-Patent-Validierung: Die Ergebnisse der ersten Einreichungsrunde stehen fest

Person mit Sicherheitshelm und Sicherheitshandschuh, der Bausteine in der Hand hält.
©2019 Panchenko Vladimir/Shutterstock

In der vom 3. Januar bis zum 28. Februar 2023 dauernden ersten Einreichungsrunde der Fördermaßnahme „NRW-Patent-Validierung“ wurden 15 Beiträge durch einen unabhängigen Begutachtungsausschuss zur Förderung empfohlen.

Ziel der Maßnahme ist die Steigerung der Anwendungsreife von Hochschulerfindungen (Prototypenförderung, proof-of-concept) und deren anwendungsorientierte Validierung zur Verbesserung der Verwertungschancen durch Lizenzierung, Verkauf oder durch eine Ausgründung aus der Hochschule. Dies erscheint erforderlich, da Erfindungen und Patente ihrer Zeit oft so weit voraus sind, dass es den Unternehmen zu risikoreich ist, vor dem proof-of-concept in sie zu investieren.

Die Fördermaßnahme „NRW-Patent-Validierung“ setzt dazu auf zwei Ebenen an: In einer ersten Phase wird das wissenschaftliche Potential der Einrichtungen für Forschung und Wissensverbreitung (Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) zur Validierung von Patenten aktiviert. In der anschließenden zweiten Phase werden in Form von Verbundprojekten Kooperationsbeziehungen zwischen Wissenschaft und Forschung initiiert und gefestigt.

Weitere Informationen zur Fördermaßnahme „NRW-Patent-Validierung", den Informations- und Service-Angeboten sowie zur nächsten Einreichungsrunde finden Sie hier:

NRW-Patent-Validierung

Die nachfolgenden Vorhaben haben ein positives Votum des Begutachtungsausschusses erhalten. Ein positives Votum  des Begutachtungsausschusses entspricht einer Förderempfehlung, ist aber noch keine Förderzusage.

  • Technische Hochschule Köln

 

Das Projekt beschäftigt sich mit der immer weiter zunehmenden Elektrifizierung des Energiebedarfs. Insbesondere die Umstellung des PKW-Verkehrs auf Elektromobilität oder der Heizsysteme auf elektrisch betriebene Wärmepumpen bringen elektrische Verteilnetze an ihre Leistungsgrenzen. Durch dezentral erhobene Messdaten, beispielsweise von Ladestationen für E-Autos, soll der aktuelle Netzzustand bestimmt werden. Auf dieser Grundlage lassen sich gezielt steuerbare Lasten wie Ladevorgänge so schalten, dass die Verteilnetze effizient betrieben werden können.

  • Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, Oberhausen

Ziel des Projektes ist die klimaschonende und energieeffiziente Wiederverwertung von mineralischen Reststoffen in der Bauindustrie. Calcium-Ionen werden dabei aus Bauschutt extrahiert. Aus den calciumfreien Bauschuttresten können Sande und Kiese gewonnen und als Sekundärrohstoffe in der Bauindustrie genutzt werden.

  • Universität Münster

 

Das Vorhaben befasst sich mit chitosanbasierten Nano- und Mikro-Formulierungen für den Einsatz als biologische Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft. Unter anderem werden dabei ätherische Öle/Terpene in eine Matrix aus Chitosan verkapselt. Diese Formulierungen besitzen eine duale Wirkung: eine direkte antimikrobielle Wirkung gegen Pathogene (Biopestizid) als auch eine pflanzenstärkende Wirkung (Biostimulanz). Als weiterer Schritt soll unter anderem die notwendige Konzentration des Wirkstoffes im Labor ermittelt werden.

  • DWI – Leibniz-Institut für Interaktive Materialien e.V., Aachen

 

Das Projekt basiert auf einer Erfindung zur Behandlung von Hautkrankheiten durch probiotische Bakterien mit einem Hautpflaster. Ziel ist die Heilung häufiger Hautkrankheiten ohne schwerwiegende Nebenwirkungen und ohne bzw. mit reduziertem Einsatz von Antibiotika.

  • Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

 

In der industriellen Automatisierungstechnik sind Druckluft-Antriebe weit verbreitet. In dem Projekt wird ein neuartiges Schnellstartventil entwickelt, das die Energieeffizienz der bisherigen Antriebe deutlich steigern, das Betriebsverhalten verbessern und die Komplexität verringern kann.

  • Technische Universität Dortmund

Leistungselektronik ist eine Schlüsseltechnologie zur Reduktion des Stromverbrauchs in der Industrie, der Elektromobilität sowie in allen Haushalten. In diesem Vorhaben werden zwei Erfindungen weiterentwickelt, mit denen die Schaltverluste in den meisten leistungselektronischen Systemen deutlich reduziert werden können. Die Anwendbarkeit der Patente soll anhand von sogenannten Power-Factor-Correction-Schaltungen gezeigt werden, wie sie in nahezu jedem netzbetriebenen Gerät vorkommen.

  • Universität Paderborn

 

Das Projekt entwickelt eine Technologie zur Stickoxid-Abscheidung in Rauchgasen aus Biomasseverbrennungen. Bei der Erfindung handelt es sich um die Synthese kleinster Katalysatorpartikel direkt im Abgaskanal einer Feuerungsanlage, die für den Abbau von schädlichen Stickoxiden sorgen. Das Verfahren soll mit einem Prototyp weiterentwickelt werden.

  • Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Im Zentrum des Vorhabens steht eine Extrusionsvorrichtung und ein Verfahren zur Extrusion von schmelzbarem Material im Bereich des 3D-Drucks. Die Evaluierung soll durch die Erstellung eines Prototyps erfolgen.

  • Gesellschaft für Angewandte Mikro- und Optoelektronik mbH, Aachen

 

Im Zentrum des Projekts steht ein periodisches Halbleiterbauelement, das zur technologischen Form der Photosynthese verwendet wird. Es soll in der Photokatalyse und photoelektronischen Zelle zum Einsatz kommen, um etwa grünen Wasserstoff zu erzeugen oder Kohlenstoffdioxid zu spalten und in regenerative Energieträger umzuwandeln.

  • Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, Oberhausen

Ziel des Vorhabens ist es, trockene Leder mit einem als Schutzrecht angemeldetem Verfahren zielgerichtet und flexibel zu färben. Dabei werden ausschließlich Farbstoffe und CO2 als Lösemittel für Farbstoffe eingesetzt und so eine ressourceneffiziente Färbung durch Farbstoffeinsparung und den Verzicht von Wasser ermöglicht.

  • Gesellschaft für Angewandte Mikro- und Optoelektronik mbH, Aachen

 

In dem Projekt wurde ein integrierter Chip für Anwendungen der künstlichen Intelligenz (KI) in der Form von photonischem Reservoir Computing entwickelt und hergestellt. Damit lässt sich beispielsweise die Übertragungsqualität von Glasfaserverbindungen analysieren. Durch das Projekt sollen Lösungen für Limitierungen in der aktuellen Reservoir-Architektur implementiert werden.

  • Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V., Remscheid

Das Vorhaben verfolgt den Ansatz, in der Werkzeugindustrie dominierende Werkstoffe, wie Metall oder Kunststoff, durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Weiterhin wird ein Konstruktionsprinzip eingesetzt, das die Anzahl der Komponenten und damit den Montagebedarf deutlich reduziert.

  • Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME, Aachen

 

Durch das Projekt soll eine patentierte Technologie weiterentwickelt werden, die eine effiziente und schnelle Genom-Editierung bzw. genetische Veränderung von Pflanzen mittels Laser-induzierter Schockwellen ermöglicht. Die Übertragung des Transformationsverfahrens auf wichtige Kulturpflanzen soll die Grundlage für eine universelle Anwendung in der Pflanzenzüchtung schaffen.

  • Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

 

Zur Förderung von Flüssigkeiten werden häufig Druckluft-Membranpumpen eingesetzt. Diese weisen jedoch einen geringen Wirkungsgrad auf, wenn der Differenzdruck, den die Pumpe erzeugt, deutlich geringer ist als der Versorgungsdruck der Druckluft. Die bei diesem Projekt entwickelte Erfindung bietet eine einfache Möglichkeit, die Wirkung zu steigern, indem der Lastzyklus des pneumatischen Pumpenantriebs optimiert wird.

  • Forschungszentrum Jülich GmbH

 

Das Vorhaben zielt auf die Entwicklung eines Kopfspulen-Prototyps für Ultrahochfeld (UHF) MRT. Basierend auf einem neuartigen Antennenkonzept soll der Prototyp eine höhere Anzahl an Antennen aufweisen. Hierdurch wird die Effizienz der Anordnung gesteigert und ein höheres Signal-zu-Rauschverhältnis ermöglicht.

Kontakt

Fachlich

Dr. Hendrik Vollrath
02461 61-3347

Tim Kutscheidt
02461 61-9755

Björn Poschmann
02461 61-9062

Administrativ, Betriebswirtschaftlich

Lars Frings
02461 61-8717