06.08.2026 Abgelaufen, GrüneGründungen.NRW
Grüne Gründungen.NRW: Die Ergebnisse der sechsten Einreichungsrunde stehen fest
In der sechsten Einreichungsrunde der Fördermaßnahme „Grüne Gründungen.NRW“ (20.11.2025 - 31.03.2026) wurden insgesamt 83 Skizzen von 94 Förderinteressierten eingereicht. Nach eingehender Bewertung durch einen unabhängigen Begutachtungsausschuss wurden 26 Beiträge zur Antragstellung aufgefordert.
Der Aufruf „Grüne Gründungen.NRW“ trägt dazu bei, die ökonomischen und ökologischen Potenziale von Grünen Gründungen in Nordrhein-Westfalen (NRW) zu heben und die Attraktivität des Standorts für Gründungen in diesem Bereich weiter zu stärken. Bitte beachten Sie, dass die Aufforderung zur Antragstellung keine Förderzusage ist.
Mit dem Förderaufruf wird die Entwicklung und Erprobung von Prototypen gefördert. Antragsberechtigt sind Unternehmensneugründungen aus der Umweltwirtschaft (Kleine und Kleinstunternehmen (KKU)). Mitantragsberechtigt sind nicht-wirtschaftlich tätige Institutionen wie Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Vereine, Kammern und Stiftungen, die die Start-ups dabei unterstützen, ihren Prototypen zu entwickeln, Kapital und/oder Geschäftspartnerinnen und -partner zu akquirieren und sich am Markt zu etablieren.
Weitere Informationen zur Fördermaßnahme „Grüne Gründungen.NRW“, den Informations- und Service-Angeboten sowie zur nächsten Einreichungsrunde finden Sie hier:
Grüne Gründungen.NRW
Die nachfolgenden Vorhaben haben ein positives Votum des Begutachtungsausschusses erhalten. Ein positives Votum des Begutachtungsausschusses entspricht einer Förderempfehlung, ist aber noch keine Förderzusage.
Der Anschluss von Solaranlagen, Speichern oder Ladeinfrastruktur an das Stromnetz ist oft mit langen Prüf- und Abstimmungsprozessen verbunden. AGNES entwickelt eine KI-gestützte Software, die diese Abläufe beschleunigt. Digitale Assistenten prüfen Unterlagen, verarbeiten verschiedene Datenformate und unterstützen die Kommunikation zwischen Antragstellenden und Netzbetreibern. So werden fehlende Angaben früher erkannt, Bearbeitungsschritte besser koordiniert und Anlagen schneller an das Netz angeschlossen.
- Konsortialführer: inframind GmbH (Aachen)
- Verbundpartner: Institut für Elektrische Anlagen und Netze, Digitalisierung und Energiewirtschaft (IAEW) an der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen (Aachen)
Aerogelfasern sind extrem leichte, poröse Fasern, die Wärme besonders gut dämmen. Im Projekt wird eine ressourceneffiziente Anlage entwickelt, mit der solche nachhaltigen Fasern aus Cellulose hergestellt werden können. Sie sollen als textile Hochleistungsdämmstoffe fossile Rohstoffe ersetzen und konventionelle Materialien übertreffen.
- Solid Air Dynamics GmbH (Aachen)
Ob in Umwelt, Lebensmitteln oder Industrie – unbekannte chemische Stoffe müssen schnell und zuverlässig bewertet werden. Dafür wird eine Software entwickelt, die diesen Prozess weitgehend automatisiert. Mithilfe intelligenter Algorithmen soll sie Analysezeiten von bisher aufwendigen Untersuchungen auf wenige Minuten verkürzen und so die Einschätzung möglicher Risiken deutlich beschleunigen.
- ChemInnovation GmbH (Köln)
Leistungsfähige Video-KI benötigt bisher viel Rechenleistung und läuft meist über große Cloud-Dienste. Es entsteht eine Software, die KI-Modelle verkleinert und effizienter macht. So sollen komplexe Videoanalysen in Echtzeit auf handelsüblicher Hardware und firmeneigenen Servern möglich werden. Das kann Energie und Kosten um bis zu 60 Prozent senken, sensible Daten lokal halten und die Abhängigkeit von internationalen Cloud-Anbietern verringern.
- Anymate Me GmbH (Köln)
Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines nachhaltigen Reinigungssystems, das Oberflächen sowie angeschlossene Wasserleitungen von Fett und schädlichen Belägen befreien und deren Neubildung verringern soll. Dafür werden geprüfte Mikroorganismen gezielt kombiniert und im Labor auf Wirksamkeit und Stabilität getestet.
- Solvbactopuret (Rheinbach)
Betonbauwerke sollen Schäden künftig frühzeitig selbst erkennen. Im Projekt werden intelligente Betonbauteile mit integrierten Glasfasersensoren entwickelt. Diese erfassen Veränderungen und Belastungen räumlich im Inneren des Bauteils. Eine automatisierte Auswertung macht Schäden früh sichtbar und bildet die Grundlage für einen digitalen Zwilling, ein virtuelles Abbild des Bauwerks. So lassen sich Reparaturen gezielter planen, die Lebensdauer verlängern und ressourcenintensive Neubauten vermeiden.
- Konsortialführer: monitorING Ingenieurgesellschaft mbH (Aachen)
- Verbundpartner: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen (Aachen)
Ölverschmutzungen auf Wasser einfacher zu entfernen, ist das Ziel des Projekts. Dafür wird ein modularer Prototyp entwickelt, der Öl mithilfe spezieller wasserabweisender Textilien aufnimmt. Das System soll unter realen Bedingungen getestet und für Einsätze etwa in Hafen- und Industriegewässern vorbereitet werden.
- Jana Martens (Bonn)
Kritische Rohstoffe aus Industrie- und Abwasser zurückzugewinnen, ist das Ziel des Vorhabens. Dafür wird ein modularer Prototyp in Containerform entwickelt, der flexibel an unterschiedliche Abwässer angepasst werden kann. Spezielle Filtermembranen trennen gezielt wertvolle Stoffe ab und helfen zugleich bei der Wasseraufbereitung.
- naion.tech GbR (Aachen)
Es entsteht ein neuartiges Betonfundament für Windenergieanlagen an Land und auf See. Der sogenannte Beton-Monopfahl (Concrete Monopile Cooperation, kurz comoco) soll weniger Material und Fläche benötigen als herkömmliche Fundamente. Dadurch können Bauaufwand und CO₂-Ausstoß deutlich sinken.
- comoco Onshore & Offshore (Kalkar)
Es wird eine Schlüsselkomponente für neuartige Wärmepumpen entwickelt. Grundlage ist ein spezielles Metall, das sich bei Belastung erwärmt und bei Entlastung wieder abkühlt. So soll ein effizienter Prototyp entstehen, der mit modernen Kühlsystemen konkurrieren oder sie übertreffen kann.
- Jannis Lemke (Jülich)
Das Vorhaben entwickelt einen Software-Prototyp für die frühe Planung von Gebäuden und ihrer technischen Ausstattung. Die Lösung ergänzt unvollständige Planungsdaten mithilfe von KI und erstellt daraus realistische Simulationen. So lassen sich Energiebedarf, Raumkomfort und Anlagen wie Wärmepumpen oder Speicher schneller und genauer bewerten.
- CodePlan GmbH (Aachen)
EcoProtect-PU – Zirkuläre Materialplattform für nachhaltigen Brandschutz in der Batterie-technologie
Es entsteht ein nachhaltiges Brandschutzmaterial für Batterietechnologien. Die SCHUTZZ GmbH nutzt dafür verschiedene Industrieabfälle und verbindet sie zu einem hochwertigen Schutzmaterial. Eine digitale Lösung passt die Zusammensetzung automatisch an die verfügbaren Rohstoffe an. So soll bei gleich guter Schutzwirkung deutlich weniger CO₂ entstehen als bei herkömmlichen Systemen.
- SCHUTZZ GmbH (Paderborn)
Entwickelt wird ein nachhaltigeres Herstellungsverfahren für hochreine Ausgangsstoffe, die in Dünnschicht-Solarzellen und LEDs benötigt werden. Das Verfahren kommt ohne besonders aggressive Chemikalien aus und arbeitet bei Raumtemperatur. Dadurch sollen Energieverbrauch und Umweltbelastung deutlich sinken.
- Perolink GmbH (Köln)
Es entsteht ein KI-gestütztes System, das die Ausbreitung von Waldbränden kurzfristig vorhersagen soll. Es nutzt Wetter-, Gelände- und weitere frei verfügbare Daten, um Einsatzkräften schnell mögliche Ausbreitungsrichtungen und Zeitfenster anzuzeigen. So kann der Katastrophenschutz frühzeitiger reagieren.
- Konsortialführer: FloodWaive Predictive intelligence GmbH (Aachen)
- Verbundpartner: Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG) an der Technischen Hochschule (TH) Köln (Köln)
Industrielle Wärme effizienter und flexibler bereitzustellen, ist das Ziel von HYCA. Die Technologie kann Strom und verschiedene Brennstoffe wie Erdgas, Wasserstoff oder Ammoniak nutzen und Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius erreichen.
- Hyca Heat GmbH (Jülich)
Verputzarbeiten an Decken sind körperlich belastend. Die disait GmbH i. G. entwickelt deshalb in Düsseldorf einen leichten, kollaborativen Roboter für Lehmputzarbeiten, der Menschen direkt unterstützt. Die Lösung verbindet Handwerk, Industriedesign, ökologische Sanierung, Robotik und künstliche Intelligenz. Sie soll kleine und mittlere Betriebe entlasten, Fachkräfte schützen und die klimafreundliche Sanierung mit Lehm effizienter machen.
- Konsortialführer: disait GmbH i. G. (Düsseldorf)
- Verbundpartner: Hochschule Ruhr West (Mülheim a. d. Ruhr)
Es werden besonders leichte, stabile und CO₂-arme Solarmodule für Dächer mit begrenzter Tragfähigkeit entwickelt und erprobt. Ein neuartiger Rückseitenaufbau senkt das Gewicht und die Betriebstemperatur der Module. Dadurch können sie mehr Strom erzeugen und länger genutzt werden. Varianten aus Aluminium und CO₂-reduziertem Stahl werden hergestellt, geprüft und zertifiziert. Pilotanlagen zeigen, wie bisher ungeeignete Dachflächen für Solarenergie genutzt und zusätzliche Freiflächenanlagen vermieden werden können.
- Armin Froitzheim (Werne)
Meerwasser soll so aufbereitet werden, dass daraus zuverlässig CO₂ für industrielle Anwendungen gewonnen werden kann. Gleichzeitig soll Magnesium als wertvoller Rohstoff nutzbar gemacht werden. Das Verfahren steuert die Wasserchemie gezielt, um Ablagerungen zu vermeiden und einen stabilen Betrieb zu ermöglichen.
- Magnurco (Kalkar)
MAXCarbon – Resiliente Hybridfaserwerkstoffe für die Energiewende – effizient, langlebig, europäisch
Das Vorhaben entwickelt eine neuartige Endlosfaser für grüne Technologien, Wasserstoffanwendungen und elektrische Systeme. Sie verbindet die Festigkeit von Carbonfasern mit hoher Beständigkeit gegen Hitze, Sauerstoff und Korrosion. So kann sie auch bei extremen Temperaturen eingesetzt werden, etwa in Brennstoffzellen, Elektrolyseuren oder Turbinen.
- TERNAfil - eine Ausgründung der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (Aachen)
Winzige, komplexe Bauteile ressourcenschonend herzustellen, ist das Ziel des Vorhabens. Das Projekt entwickelt eine besonders präzise 3D-Mikrofertigung weiter, die ohne aufwendige Masken und giftige Ätzchemikalien auskommt. So können wichtige Strukturen für digitale und nachhaltige Technologien effizienter produziert werden.
- PicoShape - eine Ausgründung der Ruhr-Universität Bochum (Bochum)
Moderne Rechenzentren brauchen immer effizientere Stromversorgung. Genau hier setzt das Vorhaben an und entwickelt einen Wandler, der hohe Spannungen sicher und verlustarm für Server und KI-Systeme nutzbar macht. So können digitale Infrastrukturen leistungsstark und zugleich energieeffizienter betrieben werden.
- VEROTERA GmbH (Meerbusch)
Im Projekt entsteht eine Pilotanlage, die Titanspäne über Recyclingdrähte erneut industriell nutzbar macht. Sie kann Titanbauteile schichtweise herstellen und beschädigte Komponenten reparieren. Sensoren überwachen den Schweißprozess in Echtzeit und passen ihn automatisch an. So werden Material gespart, CO₂-Emissionen gesenkt und eine gleichbleibende Qualität erreicht.
- DMFG Solutions GmbH (Rheinbach)
Entwickelt werden neuartige Nanodrähte für elektronische Anwendungen. Sie sollen Strom nahezu ohne Energieverlust leiten und dabei ohne aufwendige Tiefkühlung auskommen. Dadurch könnte die Technik künftig deutlich weniger Energie verbrauchen und besonders in Bereichen wie modernen Hochleistungs- und Quantencomputern wirtschaftlicher nutzbar werden.
- Konsortialführer: ZELOCON GmbH (Halver)
- Verbundpartner: AMO GmbH Gesellschaft für Angewandte Mikro- und Optoelektronik mbH (Aachen)
Entwickelt wird ein neuartiges Pulver für den 3D-Druck leichter Bauteile. Daraus soll ein Elektronikgehäuse entstehen, das empfindliche Technik vor schädlicher Strahlung schützt und zugleich stabil bleibt. So werden Schutzfunktion und Bauteilstruktur in einem Material vereint.
- Stefan Hackländer (Essen)
Es entsteht eine automatisierte Lösung für eine ressourcenschonendere Veranstaltungslogistik. Getränke- und Behälterprozesse sollen direkt vor Ort gereinigt, aufbereitet und per Robotik befüllt werden. So entfallen viele Transporte, während Wasser und CO₂ eingespart werden.
- Severin Romero (Ochtrup)
Aus kurzen Baumwollfasern aus dem Textilrecycling soll künftig Zellstoff für Papier und Verpackungen entstehen. Im Projekt wird dafür ein enzymgestütztes Verfahren entwickelt, das Zellulose auch aus Polyester-Baumwoll-Mischgeweben herauslöst. Der gewonnene Zellstoff kann Holzzellstoff teilweise ersetzen, Holzressourcen schonen, Textilabfälle hochwertiger nutzen und die Abhängigkeit von Importen verringern.
- Paper Earth UG (haftungsbeschränkt) (Aachen)