09.07.2026 Abgelaufen, Zirkuläre Produktion
Zirkuläre Produktion: Die Ergebnisse der zweiten Einreichungsrunde stehen fest
In der zweiten Einreichungsrunde der Fördermaßnahme „Zirkuläre Produktion“ (05.08. bis 15.12.2025) wurden nach eingehender Bewertung durch einen unabhängigen Begutachtungsausschuss aus 11 eingereichten Projektskizzen von 11 Projektpartnerinnen und -partnern 5 Beiträge über die Evaluierungs- und Auswahlergebnisse informiert und zur Antragstellung aufgefordert.
Nach eingehender Bewertung durch einen unabhängigen fünfköpfigen Begutachtungsausschuss wurden 6 Beiträge über die Evaluierungs- und Auswahlergebnisse informiert und zur Antragstellung aufgefordert. Bitte beachten Sie, dass die Aufforderung zur Antragstellung keine Förderzusage ist.
Industrie und Kreislaufwirtschaft in Nordrhein-Westfalen
NRW besitzt eine stark mittelständisch geprägte Industrie, die im Wettbewerb steht und auf Innovation angewiesen ist. Insbesondere die ganzheitliche Kreislaufwirtschaft („Zirkuläre Wertschöpfung“) gewinnt in der industriellen Produktion an Bedeutung. Produktdesign und Produktionsprozesse sollen so weiterentwickelt werden, dass neue Produkte schadstoffarm, langlebig, reparierbar und am Ende ihrer Nutzungsdauer recycelbar sind.
Förderaufruf ZiPo.NRW: Förderung zirkulärer Produktion
Der Förderaufruf „Zirkuläre Produktion“ (ZiPo.NRW) unterstützt Projekte, die kreislauforientierte Prototypen von Maschinen, Produkten oder Prozessen entlang der gesamten Wertschöpfungskette entwickeln. Dabei stehen Materialeinsparung, Nachhaltigkeit, Modularität, Upgrade-Fähigkeit sowie verlängerte Lebensdauer im Fokus. Gefördert werden zudem strategische Technologien mit Potenzial für den EU-Binnenmarkt oder zur Reduktion strategischer Abhängigkeiten.
Gefördert werden kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Sitz in Nordrhein-Westfalen. Unterstützt werden Einzel- oder Kooperationsprojekte von bis zu zwei KMU mit einer Laufzeit von bis zu 24 Monaten, inklusive Investitionen in Geräte, Anlagen, Dienstleistungen zur Prototypenentwicklung sowie bis zu 15 % Personal- und Gemeinkosten. Prototypen können bis zur Marktreife gefördert werden. Kleine Unternehmen erhalten bis zu 90 % Zuschuss (max. 300.000 Euro) oder 45 % (max. 3 Mio. Euro), mittlere bis zu 70 % bzw. 35 %. Die Förderung hängt von Unternehmensgröße und bisherigen De-minimis-Beihilfen ab.
Die Fördermaßnahme „Zirkuläre Produktion“ wird im Rahmen der europäischen Regionalförderung (EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027) federführend vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE) umgesetzt.
Weitere Informationen zur Fördermaßnahme „Zirkuläre Produktion“, den Informations- und Service-Angeboten finden Sie auf:
Die nachfolgenden Vorhaben und Skizzeneinreichenden werden aufgrund des Votums des Begutachtungsausschusses zur Antragstellung aufgefordert.
Ziel des Projekts „ScrapBot3000“ ist die Entwicklung einer intelligenten Anlage, die Metallreste aus der Industrie automatisch erkennt, zerkleinert und sortiert. Mithilfe von Robotern und Sensoren werden verschiedene Metallarten präzise getrennt, sodass hochwertige Rohstoffe wiederverwendet werden können. Das spart Ressourcen, senkt CO₂-Emissionen und steigert den Wert von Produktionsabfällen. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von effizienteren Abläufen und neuen Erlösmöglichkeiten durch recyceltes Material.
Projektbeteiligte: sus.raw GmbH
In Essen wird mit „PasteLoop“ eine Pilotanlage entwickelt, die wertvolle Metallkügelchen aus Abfällen der Elektronikproduktion zurückgewinnt. Statt energieintensivem Einschmelzen ermöglicht ein neues Verfahren ihre direkte Wiederverwendung. So werden Abfälle reduziert, Ressourcen geschont und CO₂-Emissionen gesenkt. Gleichzeitig zeigt die Anlage, dass eine umweltfreundlichere und wirtschaftlichere Kreislaufnutzung in der Elektronikindustrie möglich ist.
Projektbeteiligte: MTM Ruhrzinn GmbH
Langlebige, wiederverwendbare und vollständig recycelbare Instrumente für Hautbehandlungen werden im Projekt „EcoDerma-Tools“ entwickelt. Sie ersetzen Einwegprodukte wie Peelings oder Rasierer und reduzieren so Müll, Mikroplastik und CO₂-Emissionen. Das Vorhaben stärkt Klimaschutz, Ressourcenschonung und die regionale Wirtschaft und zeigt in Bergheim, wie nachhaltige Produktion in Medizin und Kosmetik künftig aussehen kann.
Projektbeteiligte: HautTec GmbH
„TeraScan“ entwickelt in Duisburg einen neuartigen Scanner, der Kunststoffabfälle besser sortierbar macht. Herkömmliche Systeme erkennen insbesondere schwarze Kunststoffe nur schlecht. TeraScan nutzt Terahertz-Strahlung – eine für Menschen unsichtbare Strahlung zwischen Funk und Licht –, um Materialien zuverlässig zu unterscheiden, auch auf laufenden Förderbändern. So können mehr Kunststoffe recycelt und Ressourcen geschont werden. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.
Projektbeteiligte: Microwave Photonics GmbH
In Aachen entsteht mit dem Projekt „ecoW3D“ eine innovative Lösung für die nachhaltige Möbelproduktion. Ziel ist es, Holz effizienter zu nutzen, indem herkömmliches Furnier so verarbeitet wird, dass es flexibel in dreidimensionale Formen gebracht werden kann. Dafür wird ein Prototyp entwickelt, der Material spart, Produktionsschritte vereinfacht und Energie reduziert. So könnten künftig Möbel wie Sitzschalen, oder auch Abdeckungen für den Automobilbau sowie Innenverkleidungen für Flugzeuge, ressourcenschonender hergestellt und der Einsatz von massivem Holz deutlich verringert werden.
Projektbeteiligte: Sebastian Stümpel und Philipp Dahlem Rootpecker GbR